Warum KERI verworfen wurde
Der erhoffte Schutz durch Zeugen existiert protokollseitig nicht.
KERI war der naheliegende Kandidat für eine Identitätsschicht ohne Webserver-Abhängigkeit, und der Reiz lag im Zeugennetz mit Erkennung widersprüchlicher Einträge. Die Prüfung der Spezifikation ergab, dass genau dieser Schutz nicht trägt: Der Inhaber wählt seine Zeugen selbst aus, es gibt keinen Mechanismus zur zufälligen Zuweisung, und die Spezifikation räumt an der geprüften Stelle selbst ein, dass der Zeugen-Konsens gegen einen Inhaber, der mit seinen Zeugen gemeinsame Sache macht, nicht schützt. Damit blieb Komplexität ohne den erhofften Gegenwert. Erschwerend kam der frühe Reifegrad der Referenzumsetzung in Rust hinzu. Die naheliegende Verwandte, die dasselbe über eine Web-Adresse ausdrückt, wurde mit derselben Begründung verworfen: gleiche Komplexität, gleiche Schwäche. Der Ersatz für die Zufallsauswahl von Zeugen wird stattdessen eigenständig gelöst.
Einordnung
Diese Erläuterung gehört zur Architekturnotiz „Den Heimserver zerlegen“ und gibt den Stand der DaWN-Architekturdokumentation vom September 2026 wieder.