Zeugen, die sich niemand aussuchen kann — mit Einschränkungen
Die Ziehung ist unbeeinflussbar; der Zufall, aus dem sie entsteht, kommt aus einem kuratierten Kern.
Wenn Zeugen einen Vorgang bestätigen sollen, darf sie niemand aussuchen können — sonst bestätigt ein Ring von Verbündeten sich selbst. Genau daran scheiterte die geprüfte Alternative KERI, deren Inhaber ihre Zeugen selbst wählen. Die eigene Lösung arbeitet mit einer überprüfbaren Zufallsfunktion nach standardisierter Konstruktion: Aus einem Zufallswert je Zeitabschnitt berechnet jeder Kandidat mit seinem eigenen Schlüssel ein Ergebnis, das für alle nachprüfbar, aber vorab für niemanden vorhersehbar ist; liegt es unter einer Schwelle, ist er gezogen. Diese Mechanik ist solide und an das Vorgehen einer bekannten Blockchain-Plattform angelehnt, ohne deren Konsensapparat. Entscheidend ist aber, woher der Zufallswert kommt, und hier verlangt die Architektur ausdrücklich, nichts zu beschönigen: Er entsteht in einem kleinen, fest kuratierten Kern von Betreibern per Festlegen-und-Aufdecken — und solange nicht genügend unabhängige Instanzen existieren, ist es in der Startphase ein einzelner Gründungsserver als alleiniger Anker. Die Dokumentation nennt die Konstruktion selbst „eigen und unerprobt, ohne fertiges Vorbild“, die verwendeten Bibliotheken sind nicht auditiert, und Kreisgrösse, Schwelle und Zeitabschnitt sind bewusst noch nicht festgelegt. Zeugen sind ausserdem erst für eine spätere Ausbaustufe vorgesehen und nur in den beiden höchsten Ausbaustufen überhaupt vorgesehen.
Einordnung
Diese Erläuterung gehört zur Architekturnotiz „Den Heimserver zerlegen“ und gibt den Stand der DaWN-Architekturdokumentation vom Juli 2026 wieder.