Core Web Vitals
Googles offizielle Messgrößen für die Nutzererfahrung einer Webseite – direkt relevant für das Google-Ranking.
Aktualisiert: 23. Februar 2026
Was sind Core Web Vitals?
Core Web Vitals sind drei von Google definierte Messgrößen, die die reale Nutzererfahrung auf einer Webseite abbilden: Ladegeschwindigkeit, Interaktivität und visuelle Stabilität. Seit Mai 2021 fließen sie als offizieller Ranking-Faktor in die Google-Suche ein. Wer die Schwellenwerte nicht erreicht, verliert gegenüber Mitbewerbern mit besseren Werten an Sichtbarkeit.
Das Besondere an Core Web Vitals im Vergleich zu älteren Performance-Metriken: Sie messen nicht, was technisch passiert, sondern was der Nutzer wahrnimmt. Eine Seite kann technisch schnell laden und trotzdem schlechte Core Web Vitals haben, wenn Inhalte springen oder Klicks verzögert reagieren.
Google erhebt die Messwerte aus echten Chrome-Nutzerdaten (Chrome User Experience Report, kurz CrUX) und veröffentlicht sie im Rahmen des Page Experience Signals. Laborwerte aus Lighthouse oder PageSpeed Insights sind hilfreiche Näherungen, aber nicht identisch mit dem, was Google rankt.
Kurzprofil Core Web Vitals
- Typ: Performance-Metriken (Ranking-Faktor)
- Entwickelt von: Google
- Eingeführt: 2020 (Ranking-Faktor ab Mai 2021)
- Aktuell drei Metriken: LCP, INP, CLS
- Datenquelle für Ranking: Chrome User Experience Report (CrUX) — echte Nutzerdaten
- Messwerkzeuge: Google Search Console, PageSpeed Insights, Lighthouse, web-vitals.js
Wie funktionieren Core Web Vitals?
Jede der drei Metriken misst einen anderen Aspekt der Nutzererfahrung:
LCP (Largest Contentful Paint) misst, wann das größte sichtbare Element im Viewport vollständig geladen ist — also wann der Nutzer den wesentlichen Inhalt sieht. Schwellenwert: unter 2,5 Sekunden = "gut".
INP (Interaction to Next Paint) misst die Reaktionszeit auf Nutzereingaben — wie lange es dauert, bis nach einem Klick oder Tastendruck etwas auf dem Bildschirm passiert. Schwellenwert: unter 200 Millisekunden = "gut". INP hat im März 2024 das frühere FID (First Input Delay) abgelöst.
CLS (Cumulative Layout Shift) misst unerwartete Verschiebungen des Layouts während des Ladens — etwa wenn ein Banner nachlädt und den Text nach unten drückt. Schwellenwert: unter 0,1 = "gut".
Google bewertet jede URL nach dem 75. Perzentil der Nutzerdaten. Das heißt: 75 % der echten Seitenaufrufe müssen im "gut"-Bereich liegen, damit die URL als bestanden gilt.
Bewertungsstufen je Metrik:
Gut Verbesserungswürdig Schlecht
──────────────────────────────────────────
LCP: < 2,5s 2,5–4,0s > 4,0s
INP: < 200ms 200–500ms > 500ms
CLS: < 0,1 0,1–0,25 > 0,25
Core Web Vitals für WordPress-Betreiber
WordPress-Seiten kämpfen typischerweise mit allen drei Metriken:
LCP-Probleme entstehen meist durch unoptimierte Hero-Bilder (kein WebP, keine Preload-Hints), langsame Server-Antwortzeiten oder blockierendes JavaScript. Die wichtigste Maßnahme: Das LCP-Element identifizieren (PageSpeed Insights zeigt es an) und gezielt optimieren — mit fetchpriority="high" auf dem img-Tag, WebP-Format und einem schnellen Hosting.
INP-Probleme entstehen durch langes JavaScript auf dem Main Thread. In WordPress oft verursacht durch schlecht optimierte Page-Builder, zu viele Plugins oder unminifiziertes JavaScript. Abhilfe: JavaScript-Ausführung auf den Main Thread analysieren (Chrome DevTools → Performance-Tab), unnötige Scripts entfernen oder auf defer/async umstellen.
CLS-Probleme entstehen durch Bilder ohne definierte width und height Attribute, nachladeende Werbebanner oder dynamisch eingefügte Inhalte. Einfachste Maßnahme: Bei allen <img>-Tags Breite und Höhe angeben.
Core Web Vitals verbessern
- Google Search Console → Core Web Vitals Report: Zeigt welche URLs Probleme haben (echte Nutzerdaten)
- PageSpeed Insights (pagespeed.web.dev): Analysiert einzelne URLs mit Labor- und Felddaten
- LCP: Hero-Bild als
<img fetchpriority="high">einbinden, WebP-Format nutzen, preload-Header setzen - INP: JavaScript minimieren, Page-Builder-Scripts ausdünnen,
deferkonsequent nutzen - CLS: Alle Bilder mit
width+heightversehen, keine Inhalte ohne Platzhaltergröße nachladen - Caching: Serverseitiges Caching (Redis, APCu, Page Cache) reduziert TTFB und damit LCP
Was passiert ohne Core-Web-Vitals-Optimierung?
Google verwendet Core Web Vitals als Tiebreaker: Bei ansonsten gleicher Relevanz gewinnt die Seite mit besseren Vitals. In stark umkämpften Nischen kann das über Seite 1 oder Seite 2 entscheiden.
Unabhängig vom Ranking-Effekt sind schlechte Core Web Vitals ein direktes Signal für schlechte Nutzererfahrung. Studien von Google zeigen, dass jede Sekunde längere Ladezeit die Absprungrate erhöht und Conversions senkt. Eine Seite mit LCP über 4 Sekunden verliert je nach Nische 20–40 % der Nutzer, bevor sie überhaupt gelesen hat.
Für WordPress-Betreiber, die bereits guten Content haben aber stagnieren Ranking-Positionen, sind Core Web Vitals oft ein unterschätzter Hebel.
Häufige Fragen
Sind Core Web Vitals der wichtigste Ranking-Faktor? Nein. Relevanz und Autorität (Backlinks, Content-Qualität) dominieren weiterhin. Core Web Vitals sind ein Tiebreaker bei ansonsten ähnlichen Signalen — aber auf gut optimierten Seiten schon spürbar relevant.
Welches Tool zeigt die echten Ranking-Daten? Nur die Google Search Console zeigt Felddaten aus CrUX, die tatsächlich für das Ranking verwendet werden. PageSpeed Insights kombiniert Feld- und Labordaten. Lighthouse und GTmetrix messen ausschließlich im Labor.
Was ist mit INP — ist FID noch relevant? FID (First Input Delay) wurde im März 2024 offiziell durch INP (Interaction to Next Paint) ersetzt. FID-Werte spielen für das Ranking keine Rolle mehr.
Verwandte Begriffe
AVIF · FCP