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JPEG

Verlustbehaftetes Bildformat für Fotos – seit 1992 der Standard für fotografische Web-Bilder, heute schrittweise durch WebP und AVIF abgelöst.

Aktualisiert: 23. Februar 2026

Was ist JPEG?

JPEG (Joint Photographic Experts Group, auch JPG) ist ein verlustbehaftetes Bildkompressionsformat, das 1992 standardisiert wurde und seither das dominierende Format für fotografische Bilder im Web ist. Der Algorithmus ist auf Fotos und realistische Bilder optimiert — für Grafiken mit scharfen Kanten, Text oder Transparenz ist er dagegen weniger geeignet.

Die Stärke von JPEG: Durch aggressive verlustbehaftete Kompression werden Fotos auf einen Bruchteil ihrer unkomprimierten Größe reduziert, ohne dass der Qualitätsverlust bei normalen Betrachtungsabständen auffällt. Ein unkomprimiertes 12-Megapixel-Foto belegt 36 MB — als JPEG mit Qualitätsstufe 80 typischerweise 3–5 MB, als optimiertes WebP 2–3 MB.

Für Webseitenbetreiber ist JPEG 2024 immer noch weit verbreitet, aber keine erste Wahl mehr. Moderne Formate wie WebP und AVIF bieten bei gleicher Qualität erheblich kleinere Dateien. JPEG bleibt als Fallback unverzichtbar — alle Browser und alle Bildbearbeitungsprogramme unterstützen es.

Kurzprofil JPEG

Kurzprofil JPEG

  • Typ: Bildformat (verlustbehaftet)
  • Entwickelt von: Joint Photographic Experts Group (ISO/IEC Standard 10918-1), 1992
  • Qualitätsstufen: 0–100 (typisch: 75–85 % für Web)
  • Transparenz: Nein (kein Alpha-Kanal)
  • Animation: Nein
  • Browser-Support: 100 % aller Browser
  • Ideal für: Fotos, Scans, realistische Bilder
  • Ungeeignet für: Logos, Grafiken mit Text, transparente Elemente
  • Nachfolger: WebP, AVIF

Wie funktioniert JPEG-Kompression?

Der JPEG-Algorithmus arbeitet in mehreren Stufen:

1. Farbraum-Konvertierung: Das Bild wird von RGB in YCbCr konvertiert (Helligkeit + Farbdifferenzen). Da das menschliche Auge Helligkeit feiner wahrnimmt als Farbe, werden die Farbkanäle (Cb, Cr) stärker komprimiert als der Helligkeitskanal (Y) — sogenanntes Chroma-Subsampling.

2. Diskrete Cosinus-Transformation (DCT): Das Bild wird in 8×8-Pixel-Blöcke aufgeteilt. Jeder Block wird durch eine mathematische Transformation in Frequenzkomponenten zerlegt — hohe Frequenzen (feine Details) werden stärker reduziert als niedrige Frequenzen (grobe Formen).

3. Quantisierung: Die Frequenzkoeffizienten werden durch Divisionen gerundet. Dies ist der eigentliche verlustbehaftete Schritt. Die Qualitätsstufe bestimmt, wie stark gerundet wird.

4. Huffman-Kodierung: Die gerundeten Koeffizienten werden verlustfrei komprimiert.

Der typische Kompressions-Artefakt: "Blockiness" — bei zu niedrigen Qualitätsstufen sieht man die 8×8-Blöcke als Rechteckmuster, besonders in Bereichen mit gleichmäßigen Farben.

JPEG für WordPress-Betreiber

WordPress verwendet JPEG als Standard-Format für Bildkomprimierung. Die Standardqualität war lange 82 % (bis WordPress 4.5), wurde dann auf 90 % erhöht und liegt seit WordPress 6.3 bei 82 % für JPEG und WebP-Konvertierungen.

Qualitätsstufe wählen:

  • 85 %: Guter Ausgangswert für Fotos, visuell kaum von 100 % zu unterscheiden
  • 75–80 %: Empfohlen wenn Dateigröße wichtiger als perfekte Qualität ist
  • Unter 70 %: Sichtbare Artefakte, nur für Thumbnails akzeptabel
  • Progressive JPEG: Bild lädt in Qualitätsstufen statt zeilenweise — besser für große Bilder

Qualitätsstufe in WordPress anpassen:

add_filter('jpeg_quality', function() { return 82; });
add_filter('wp_editor_set_quality', function() { return 82; });

Wann JPEG noch sinnvoll ist:

  • Als Fallback in <picture>-Elementen für ältere Browser
  • Wenn die Serverumgebung kein WebP/AVIF unterstützt
  • Für E-Mail-Bilder (E-Mail-Clients unterstützen WebP oft nicht)
  • Als Originaldatei im Upload (verlustlose Speicherung, WebP/AVIF werden on-demand erzeugt)
Praxis-Tipps

JPEG optimieren

  • Qualitätsstufe 80–85 % für Fotos auf Webseiten
  • Progressive JPEG für Bilder über 30 kB: wirkt schneller ladend
  • WordPress-Filter für Qualitätsstufe setzen (Standardwert oft zu hoch)
  • Exif-Daten entfernen: GPS-Koordinaten, Kameramodell, etc. — spart Bytes und schützt Privatsphäre
  • Bilder dimensionieren: Nie 3000px-Bilder ausliefern wenn 1200px reichen
  • Für neue Projekte: WebP als Standard, JPEG als Fallback

Was passiert ohne JPEG-Optimierung?

Unoptimierte JPEGs sind der häufigste Grund für schlechten LCP. Fotos direkt von der Kamera (10–20 MB) oder mit Qualität 100 % hochgeladen erhöhen die Seitenlade-Zeit um Sekunden. PageSpeed Insights zeigt unter "Properly size images" und "Use efficient image formats" direkt, wie viel eingespart werden kann.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen JPEG und JPG? Nichts außer der Dateiendung. .jpg entstand als JPEG-Abkürzung für ältere Windows-Dateisysteme, die nur 3 Buchstaben für Dateiendungen erlaubten. Beide Endungen bezeichnen dasselbe Format.

Kann ich JPEG in WebP konvertieren ohne Qualitätsverlust? Nein. Jede Konvertierung von JPEG zu einem anderen verlustbehafteten Format (auch WebP) erzeugt einen weiteren Qualitätsverlust. Für beste Ergebnisse: aus dem Original-Rohformat (RAW, TIFF oder JPEG mit hoher Qualität) direkt in WebP/AVIF konvertieren.

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