Vertrauensnetze

Decentralized Trust Graph (DTG)

Der Decentralized Trust Graph (DTG) ist ein Graph kryptografisch überprüfbarer Vertrauensbeziehungen zwischen Personen, Gemeinschaften, Geräten und Software-Agenten. Seine Kanten entstehen aus Paaren von Credentials, die zwei Knoten einander ausstellen. Ein zentrales Verzeichnis ist nicht vorgesehen, jede Partei kontrolliert ihren eigenen Teilgraphen.

Aktualisiert:

Der Decentralized Trust Graph (DTG) ist ein Graph kryptografisch überprüfbarer Vertrauensbeziehungen zwischen Entitäten: Personen, Gemeinschaften, Geräten und Software-Agenten, einschließlich KI-Agenten. Die Knoten tragen einen Verifiable Identifier (VID), die Kanten entstehen aus Credentials, die zwei Knoten einander ausstellen. Ein zentrales Verzeichnis ist nicht vorgesehen: Die Charta der Arbeitsgruppe vom Mai 2025 beschreibt ein Modell, in dem alle Parteien ihren eigenen Teilgraphen kontrollieren. Das First Person Project hält einen globalen Gesamtgraphen sogar für ein Datenschutzdesaster.

So funktioniert es

Jede Kante besteht aus einem Paar von Credentials, eines je Richtung, und jede Hälfte signiert ihre eigene Partei. Das kann ein Paar Verifiable Relationship Credentials sein, ein Paar Verifiable Membership Credentials oder eine Delegation aus Grant und Acceptance. Die Credentials sind W3C-Verifiable Credentials in der Syntax 2.0, als Identifier gelten in der aktuellen Fassung ausschließlich DIDs.

Ob eine Kante zählt, entscheidet der Prüfer. Die Spezifikation nennt das Edge Verifiability und ordnet sie einem Credential in Bezug auf einen bestimmten Verifier zu. Die Kante zählt, wenn das Credential die Sicherheitsprüfungen besteht und der Verifier die Mitgliedschaft des Ausstellers in einer Gemeinschaft aus seiner Menge akzeptierter Anker feststellen kann. Dafür gibt es zwei Wege: das Mitgliedschaftspaar vorlegen oder einen Zero-Knowledge-Beweis führen. Den zweiten Weg nennt die Spezifikation ein Designziel, noch keine umsetzbare Konstruktion, weil die Verknüpfung der Identitäten nicht kodiert ist. Der Graph ist heterarchisch, denn eine Gemeinschaft kann geschachtelt sein und zugleich Mitglied beliebig vieler anderer Gemeinschaften.

Die Credentials-Spezifikation trägt den Status Working Draft 0.6.0. Version 1.0 ist die Zielversion, ratifiziert ist nichts, und Konformanztests sind nicht definiert.

Im Vergleich

Das Real Life Trust Protocol (RLTP) übernimmt vom DTG die Credential-Form: Ein Encounter Credential trägt zusätzlich den Typ RelationshipCredential, und in den Contexts stehen W3C v2, DTG v1 und RLTP v1. Es folgt dabei dem älteren Stand WD01. Abweichend hält RLTP die Kante lokal beim Halter und erzeugt für jede Begegnung frische Pair-Anker. Das ist strenger als die DTG-Empfehlung eines Identifiers je Beziehung.

Daraus entsteht eine Frage, die beide Seiten offen führen: Ein DTG-Verifier braucht die Verknüpfung zwischen den beiden Pair-Ankern, die RLTP nur beim Halter hält. Im Upstream-Repository ist dazu ein Issue offen, das ein Relationship Credential als Kante für einen Verifier wertet, der den Aussteller bereits kennt. Gemeinschaften behandelt RLTP ohne Mitgliedschaftscredentials: Eine Gruppe als Ort führt ihre Aufnahmen in einem eigenen Log.

Einordnung

Diese Erläuterung gehört zu den Fachnotizen über das Real Life Trust Protocol und gibt den Stand der Spezifikationen vom Oktober 2026 wieder.

Quelle

https://trustoverip.github.io/dtgwg-cred-spec/

Decentralized Trust Graph (DTG) in drei Sätzen

Der Decentralized Trust Graph (DTG) ist ein Graph kryptografisch überprüfbarer Vertrauensbeziehungen zwischen Personen, Gemeinschaften, Geräten und Software-Agenten. Seine Kanten entstehen aus Paaren von Credentials, die zwei Knoten einander ausstellen. Ein zentrales Verzeichnis ist nicht vorgesehen, jede Partei kontrolliert ihren eigenen Teilgraphen.