Vertrauensnetze

Vorstellung über einen gemeinsamen Kontakt (introduction)

Die Vorstellung (introduction) ist im Real Life Trust Protocol der Ablauf, mit dem ein gemeinsamer Kontakt zwei Fremde einander bekannt macht, in fünf versiegelten Nachrichten. Der Vermittler gibt Nachrichten weiter, aber nie die stehenden Anker der beiden; jede Seite stellt für die neue Beziehung einen frischen Paar-Anker aus.

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Die Vorstellung (introduction) ist der Ablauf, mit dem im Real Life Trust Protocol ein gemeinsamer Kontakt zwei Menschen miteinander bekannt macht, die sich noch nicht kennen. Das Prinzip: Der Vermittler überträgt Nachrichten, nie stehende Anker. Die Anker der neuen Beziehung stellen die beiden Beteiligten selbst aus.

So funktioniert es

Voraussetzung ist, dass der Anfragende und der Vermittler sowie das Ziel und der Vermittler je eine Paar-Beziehung haben. Deren Anker erscheinen in keinem Inhalt des Akts. Fünf versiegelte Zustell-Aufgaben tragen ihn: introduction-request vom Anfragenden an den Vermittler mit Vorstellungsdaten und Karte, introduction-forward vom Vermittler an das Ziel, byte-identisch weitergegeben, introduction-reply vom Ziel über den Vermittler zurück, introduction-ack vom Vermittler an den Anfragenden und introduction-voucher vom Vermittler an jede Seite. Die Akt-ID besteht aus 32 frischen Zufallsbytes, der Akt läuft nach 72 Stunden ab (act-expiry, PT72H), die Zeittoleranz beträgt fünf Minuten. Das Ziel wird über einen undurchsichtigen Bezeichner von höchstens 343 Zeichen benannt, der nie aus einem Anker gebaut ist.

Die Antwort wird in geschlossener Reihenfolge geprüft: Schema, Tupel zwischen Vermittler und Ziel, Zustand des Akts, Karte und Signatur, Anfrage-Digest, Paar-Anker des Anfragenden, zuletzt die Karte nach den Regeln der Begegnung. Der Voucher ist ein MAC, den der Vermittler für jede Seite erzeugt. Jede Beziehung merkt sich ihre Herkunft, introduction oder encounter. Die erste vollendete Begegnungskette hebt sie auf encounter, nie abwärts.

Die Spezifikation benennt eine Schwäche offen. Ein Vermittler kann selbst Gegenpartei sein und einen Akt fabrizieren, in dem er das Ziel spielt; ohne frühere Beziehung gibt es dagegen kein kryptografisches Mittel. Deshalb ist die Herkunft introduction schwächer und nur durch eine echte Begegnung aufwertbar. Die Verweigerung bleibt auf der Protokolloberfläche verborgen, weil die Bestätigung einheitlich ausfällt, gegen einen geschwätzigen Vermittler schützt das nicht.

Im Vergleich

Die DTG-Texte, auf die sich dieser Eintrag stützt, enthalten keinen vergleichbaren Ablauf. Am nächsten liegt die Verifiable Invitation Credential, die aber die Aufnahme in eine Community autorisiert und keine Beziehung zwischen zwei Menschen herstellt. Das First Person Project lässt die Erstverbindung per QR-Scan, aber auch per Text, E-Mail oder Social Media entstehen. Eine Vermittlung über einen gemeinsamen Kontakt als eigener, versiegelter Ablauf ist dort nicht beschrieben. RLTP ordnet sie in die Gegenüberstellung von Prüfstelle und Einladung ein: Die Vorstellung ist ein Fall der Einladung.

Einordnung

Diese Erläuterung gehört zu den Fachnotizen über das Real Life Trust Protocol und gibt den Stand der Spezifikationen vom Oktober 2026 wieder.

Quelle

https://trust-protocol.real-life.org/understand/foundations/

https://github.com/real-life-org/trust-protocol

Vorstellung über einen gemeinsamen Kontakt (introduction) in drei Sätzen

Die Vorstellung (introduction) ist im Real Life Trust Protocol der Ablauf, mit dem ein gemeinsamer Kontakt zwei Fremde einander bekannt macht, in fünf versiegelten Nachrichten. Der Vermittler gibt Nachrichten weiter, aber nie die stehenden Anker der beiden; jede Seite stellt für die neue Beziehung einen frischen Paar-Anker aus.