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Nachfolge (Succession)

Nachfolge (Succession) ist im Real Life Trust Protocol die Regel, wie die Beziehungen eines Ankers einen Ankerwechsel überstehen, etwa nach Verlust des Recovery-Geheimnisses. Die Autorität liegt bei vorab bestimmten Vertrauenspersonen (Guardians), nie beim Besitz eines Schlüssels. Der Entwurf ist bewusst geparkt, und nichts davon soll bisher umgesetzt werden.

Aktualisiert:

Nachfolge (Succession) ist im Real Life Trust Protocol (RLTP) die Antwort auf die Frage, was mit den Beziehungen eines Ankers geschieht, wenn der Anker wechseln muss. Anlass kann ein gewollter Wechsel sein, eine Kompromittierung oder der Verlust des Recovery-Geheimnisses. Das Dokument gehört zu den querschnittlichen Spezifikationen und liegt als zweiter Guss vor.

So funktioniert es

Der Anker deklariert vorab seine Guardians in einer signierten Guardian Declaration. Jeder Eintrag ist der SHA-256-Wert über den JCS-kanonisierten Datensatz aus Anker und frischem Salt, die Deklaration verrät also Anzahl und Schwelle, aber keine Identitäten. Die Schwelle k beträgt mindestens zwei, und das ist Absicht: Eine Schwelle von eins würde den einzelnen Ausfallpunkt zurückbringen, den das Dokument beseitigen soll. Eine Ablaufzeit gibt es nicht, eine Sequenznummer zählt die Deklarationen je Anker.

Die Richtung einer Änderung entscheidet über ihre Geschwindigkeit. Entziehende Operationen, also das Entfernen von Einträgen, wirken sofort und tragen die Signatur des Ankers selbst. Übertragende Operationen, also das Hinzufügen, reifen 30 Tage (P30D), und diese Frist dient zugleich als Einspruchsfenster. Eine Nachfolge ist vollzogen, wenn genug Guardians auf eine Anfrage hin per eigenem menschlichem Urteil bestätigen. Dabei gilt der Grundsatz „Nothing Is Rewritten“: Die bestehenden Beziehungen werden nicht umgeschrieben.

Die Grenzen nennt das Dokument selbst: Es überträgt keine Credentials, repariert keine Gruppenmitgliedschaften von selbst und beweist keine Abwesenheit von Zwang. Sechs offene Punkte betreffen unter anderem Gruppenmitgliedschaften, den Lebenszyklus der Guardians und konkurrierende Nachfolgen.

Im Vergleich

Der Anlass liegt im Schlüsselmodell: Die did:key-Spezifikation hält fest, dass did:key keine Rotation unterstützt, weil der Identifikator direkt aus dem Schlüssel entsteht. RLTP nutzt ausschließlich diese Methode, eine In-Band-Wiederherstellung gibt es deshalb nicht, die Beziehungswiederherstellung ist Gegenstand von Succession. Die Verifiable Trust Infrastructure verlangt für dauerhafte Identitäten dagegen did:webvh. Ein inhaltliches Gegenstück zu Guardians nennen die ausgewerteten DTG-Dokumente nicht. Eine verifizierbare Schlüsselhistorie im Stil von KERI ist in RLTP benannte, bewusst offene Arbeit.

Einordnung

Diese Erläuterung gehört zu den Fachnotizen über das Real Life Trust Protocol und gibt den Stand der Spezifikationen vom Oktober 2026 wieder. Die Spezifikation selbst sagt: „Until that re-cast, nothing here should be implemented.“

Quelle

https://trust-protocol.real-life.org/understand/foundations/

https://github.com/real-life-org/trust-protocol

Nachfolge (Succession) in drei Sätzen

Nachfolge (Succession) ist im Real Life Trust Protocol die Regel, wie die Beziehungen eines Ankers einen Ankerwechsel überstehen, etwa nach Verlust des Recovery-Geheimnisses. Die Autorität liegt bei vorab bestimmten Vertrauenspersonen (Guardians), nie beim Besitz eines Schlüssels. Der Entwurf ist bewusst geparkt, und nichts davon soll bisher umgesetzt werden.