Vertrauensnetze
Verifiable Trust Infrastructure (VTI)
Die Verifiable Trust Infrastructure (VTI) ist die Spezifikation der Knoten- und Dienstebene unter dem Decentralized Trust Graph. Sie beschreibt Verifiable Trust Agents, Verifiable Trust Communities und Verifiable Trust Networks samt Clients und Hosts, die Credentials erzeugen, halten, präsentieren und widerrufen. Der Stand ist Working Draft 0.2.0.
Die Verifiable Trust Infrastructure (VTI) ist die Spezifikation der Knoten- und Dienstebene unter dem Decentralized Trust Graph. Während die Credentials-Spezifikation Datenformate festlegt, beschreibt die VTI laufende Knoten: Sie halten Schlüssel, erteilen und entziehen Autorität, nehmen Mitglieder auf und entfernen sie, delegieren an Software-Agenten und handeln auf Belege, die anderswo entstanden sind. Der Stand ist Working Draft 0.2.0.
So funktioniert es
Die VTI trennt Schlüsselhoheit, Mitgliedschaft und Aggregation. Der Verifiable Trust Agent ist die Wurzel von allem und Schlüsselautorität. Die Verifiable Trust Community wird auf einem Agenten betrieben und ist die Mitgliedschaftsautorität, das Verifiable Trust Network kuratiert eine Liste von Communities. Dazu kommen ein Mediator als Zustellknoten, eine Trust Registry als Nachschlagedienst und Host Services, Infrastruktur, von der ein Knoten abhängt, ohne sie zu verkörpern. Die Vertrauensgrenze wird je Betreiber gezogen, nicht je Dienst.
Auf der Identitätsseite verlangt die VTI für dauerhafte Identitäten von Agent, Community und Host Service ein did:webvh. Für den Bootstrap eines Clients genügt ein did:key. Ed25519 und X25519 sind Pflicht. Die Aufgaben laufen über den Katalog der Trust Tasks, DIDComm und TSP sind Bindings desselben Katalogs. Neben den Communities kennt die VTI Datenräume (data rooms), gemeinsame Räume mit eigener Mitgliedschaft, die auf einem Room-Host betrieben werden und über die Rechte room-present und room-open gesteuert werden. Die Quelle sagt über das VTN, zum Zeitpunkt der Veröffentlichung existiere keine Implementierung.
Im Vergleich
RLTP macht den Raum zum Protokollobjekt. Die Gruppe als Ort liegt verschlüsselt auf den Geräten ihrer Mitglieder, ohne Betreiber und ohne Room-Host. Wo die VTI Aufnahme als Entscheidung unter Autorität der Community beschreibt und Administration in Rollen und Fähigkeiten ausdrückt, hat RLTP keine Admins, die Regeln stehen als Daten im Authority-Log. Auch bei der Identität gehen beide getrennte Wege: Die VTI verlangt did:webvh für dauerhafte Knoten, RLTP nutzt ausschließlich did:key. Eine Begründung dafür steht in den RLTP-Quellen nicht.
Berührungspunkt ist der VTI-Mediator-Adapter, der erste spezifizierte Zustellweg. Er gilt als nicht konvergiert und darf laut Spezifikation nicht für Interoperabilitätsaussagen verwendet werden. In der Rollenlogik des DTG entspricht die Web-of-Trust-App einem lokalen Netzwerkmanager ohne gehosteten Agenten.
Einordnung
Diese Erläuterung gehört zu den Fachnotizen über das Real Life Trust Protocol und gibt den Stand der Spezifikationen vom Oktober 2026 wieder.
Quelle
Verifiable Trust Infrastructure (VTI) in drei Sätzen
Die Verifiable Trust Infrastructure (VTI) ist die Spezifikation der Knoten- und Dienstebene unter dem Decentralized Trust Graph. Sie beschreibt Verifiable Trust Agents, Verifiable Trust Communities und Verifiable Trust Networks samt Clients und Hosts, die Credentials erzeugen, halten, präsentieren und widerrufen. Der Stand ist Working Draft 0.2.0.