Vertrauensnetze
DIDComm
DIDComm (DIDComm Messaging v2) ist ein Nachrichtenprotokoll für die Kommunikation zwischen Parteien, die durch Decentralized Identifiers identifiziert werden. In den Trust-Tasks des Decentralized Trust Graph ist es eines von mehreren austauschbaren Transport-Bindings. Das Real Life Trust Protocol verwendet es nur für Mediation und Abholung beim Mediator.
DIDComm (DIDComm Messaging v2) ist ein Nachrichtenprotokoll für die Kommunikation zwischen Parteien, die durch Decentralized Identifiers identifiziert werden. Die hier ausgewerteten Quellen beschreiben seine Funktionsweise nicht; sie erwähnen es als Transport, an den sich höhere Protokolle binden. Dieser Eintrag hält deshalb fest, wo DIDComm in DTG und RLTP vorkommt, und gibt keine Gesamtdarstellung des Protokolls.
So funktioniert es
In den Trust Tasks des Decentralized Trust Graph ist DIDComm ein Binding: Der Aufgabenkatalog ist die eigentliche Schnittstelle, ein Transport trägt ihn. Als Beispiele nennt die Spezifikation DIDComm, das Trust Spanning Protocol, HTTPS mit gegenseitigem TLS, AMQP und Papier. Ein DIDComm-Handler kann das Feld issuer aus der verifizierten Sender-DID des umgebenden Umschlags füllen, ein TSP-Handler tut dasselbe aus der Nachrichtenauthentisierung. Das Thread-Modell von DIDComm (thid, pthid) dient zur Korrelation von Nachrichten. Die Verifiable Trust Infrastructure formuliert den Grundsatz in einem Satz: Neben dem Aufgabenkatalog gibt es weder eine REST-API noch ein DIDComm-Protokoll noch ein TSP-Protokoll, jedes ist ein Binding davon. Sie verlangt, dass Autorisierungsentscheidungen vom Transport unabhängig bleiben, und führt DIDComm Messaging v2 als Referenz.
Im Vergleich
Das Real Life Trust Protocol benennt keinen Transport. Sein Fundament sagt über DIDComm nur, es erscheine ausschließlich als Mediations- und Abholprotokoll des Mediators, „not as a form for RLTP documents“. Konkret sind das Coordinate Mediation 2.0 und Message Pickup 3.0 im VTI-Mediator-Adapter. Dort registriert ein Teilnehmer seine Empfangsschlüssel (Keylist-Update), reicht Umschläge ein und holt sie ab. Die Zustellspezifikation verlangt je Control Principal eine eigene Mediationsbeziehung mit eigener Connection-DID und verbietet das Feld from_prior. Die Wire-Bindung über die Bibliothek vti-didcomm-js ist geschuldet, nicht erledigt, und die zwei DIDComm-Zeilen der Referenzliste sind derzeit nicht byte-genau reproduzierbar. Das Profil ist „not yet converged“.
Die eigentlichen RLTP-Dokumente reisen als versiegelte Umschläge (X25519 plus AES-GCM), unabhängig davon, wer sie trägt. Im Vergleich zu TSP vermerken die Quellen keine Rangfolge: Beide stehen gleichrangig als Bindings des Aufgabenkatalogs, und ein inhaltlicher Vergleich fehlt. Für den DTG sind sie nach Lesart der Quellen austauschbare Träger. Mir genügt das als Aussage: Wer die Aufgaben sauber vom Transport trennt, muss die Frage DIDComm oder TSP nicht jetzt entscheiden.
Einordnung
Diese Erläuterung gehört zu den Fachnotizen über das Real Life Trust Protocol und gibt den Stand der Spezifikationen vom Oktober 2026 wieder.
Quelle
DIDComm in drei Sätzen
DIDComm (DIDComm Messaging v2) ist ein Nachrichtenprotokoll für die Kommunikation zwischen Parteien, die durch Decentralized Identifiers identifiziert werden. In den Trust-Tasks des Decentralized Trust Graph ist es eines von mehreren austauschbaren Transport-Bindings. Das Real Life Trust Protocol verwendet es nur für Mediation und Abholung beim Mediator.