Vertrauensnetze

Trust Spanning Protocol

Das Trust Spanning Protocol (TSP) ist das Nachrichtenprotokoll, das in der Trust-over-IP-Architektur die Spanning Layer bildet. Es verbindet Endpunkte, die durch verifizierbare Identifier (VIDs) benannt sind, und sichert jede Nachricht auf Authentizität, auf Wunsch auch auf Vertraulichkeit. Das Real Life Trust Protocol bindet es über einen VTI-Mediator an.

Aktualisiert:

Das Trust Spanning Protocol (TSP) ist das Nachrichtenprotokoll, das in der Trust-over-IP-Architektur die Spanning Layer bildet. Es ermöglicht sichere Kommunikation zwischen Endpunkten mit unterschiedlichen Identifier-Typen, solange diese auf Public-Key-Kryptografie mit überprüfbarer Vertrauenswurzel beruhen. Die Analogie, die die Spezifikation nahelegt, ist das IP im TCP/IP-Stack.

So funktioniert es

Endpunkte werden durch verifizierbare Identifier (VIDs) benannt, etwa DIDs. Eine TSP-Beziehung ist ein Paar zweier VIDs und standardmäßig gerichtet, erst bei beidseitiger Verifikation ist sie bidirektional. Die Nachricht besteht aus Umschlag (Tag, Version, Sender-VID, Empfänger-VID), Nutzlast und Signatur und wird in CESR kodiert. Die Konstruktion heißt ESSR (Encrypt Sender-key then Sign Receiver-key); die Authentisierung des Absenders liegt in der Signatur, nicht in HPKE. Verbindlich sind Ed25519 und HPKE im Base-Modus; Post-Quanten-Verfahren sind optional. Im direkten Modus reden Nachbarn miteinander, im gerouteten Modus laufen Nachrichten über Intermediäre, die nur eine Schicht entschlüsseln. Verschachtelte Nachrichten verbergen die inneren VIDs. Intermediäre seien „not necessarily trustworthy“, und Zeitpunkt, Größe und Häufigkeit überstehen Verschlüsselung, Verschachtelung und Routing. Ordnung, Zustellung und Frische bleiben Sache anderer Schichten. Das First Person Project nennt als Anforderungen Authenticity, Confidentiality und Metadata Privacy und verweist auf zwei Implementierungen, eine in Python innerhalb der KERI-Suite und eine in Rust im OWF TSP Project.

Im Vergleich

Das Real Life Trust Protocol benennt keinen Transport und beschreibt einen Zustellvertrag (siehe Ports). TSP kommt im VTI-Mediator-Adapter vor, dem ersten und bisher einzigen spezifizierten Zustell-Adapter. Die Abbildung ist deterministisch: Ein Control Principal entspricht genau einer endpunktseitigen äußeren VID der Beziehung zum direkten Carrier. Die äußere VID sieht der Nachbar, die verschachtelte innere bleibt privat. Folglich kann ein Carrier die Einreichungen eines Transport-Peers zählen und bewerten. Die Quelle des Adapters sagt auch: „TSP provides no delivery guarantee“. Die Wire-Bindung verlangt TSP-Framing nach Rev 3 (HPKE-Base, HPKE-Auth entfällt); die Umstellung läuft noch.

Der Status des Adapters ist gespalten. Das README sagt, er binde TSP über den VTI-Mediator und laufe live, das Profil selbst steht als „not yet converged“ und darf nicht für Implementierungs- oder Interoperabilitätsaussagen herangezogen werden. In den DTG-Trust-Tasks ist TSP neben DIDComm, HTTPS und anderen ein gleichrangiges Transport-Binding des Aufgabenkatalogs, und die VTI-Spezifikation führt die TSP-Referenz noch als „pending“.

Einordnung

Diese Erläuterung gehört zu den Fachnotizen über das Real Life Trust Protocol und gibt den Stand der Spezifikationen vom Oktober 2026 wieder.

Quelle

https://trustoverip.github.io/tswg-tsp-specification/

Trust Spanning Protocol in drei Sätzen

Das Trust Spanning Protocol (TSP) ist das Nachrichtenprotokoll, das in der Trust-over-IP-Architektur die Spanning Layer bildet. Es verbindet Endpunkte, die durch verifizierbare Identifier (VIDs) benannt sind, und sichert jede Nachricht auf Authentizität, auf Wunsch auch auf Vertraulichkeit. Das Real Life Trust Protocol bindet es über einen VTI-Mediator an.