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Authority-Log

Authority-Log ist im Real Life Trust Protocol das Protokoll aller Autoritätsentscheidungen einer Gruppe: ein kausal verketteter Graph einzeln signierter Operationen, dessen Wurzel, die Genesis, den Digest als Gruppenidentität liefert. Der Gruppenzustand wird deterministisch aus dem Log berechnet. Kein Schlüssel verleiht dauerhafte Autorität.

Aktualisiert:

Authority-Log heißt im Real Life Trust Protocol das Log, aus dem jede Gruppe ihren Zustand ableitet. Es ist ein kausal verketteter Graph einzeln signierter Operationen, verwurzelt in der Genesis eines einzigen Gründers. Der Digest über die Signatureingabe dieser Genesis ist die Gruppenidentität, die DID ist ihre Adresse. Mir fällt auf, wie wenig das Log voraussetzt: kein Server, kein Admin, nur Signaturen und Abstammung.

So funktioniert es

Jedes Gerät materialisiert den Gruppenzustand deterministisch aus dem Log, so dass alle Mitglieder bei gleichen Einträgen denselben Zustand sehen. Die Operationen gehören zu drei Klassen: additive, erzwingende und die terminale Auflösung der Gruppe. Eine erzwingende Operation trägt ihre Schlüsselepoche im selben Umschlag. Ob eine Operation autorisiert war, entscheidet sich allein aus ihren gültigen Vorfahren, bevor Regeln für Gleichzeitigkeit überhaupt greifen. Deshalb verleiht kein Schlüssel dauerhafte Autorität.

Für gleichzeitige Operationen gibt es eine Konfliktmatrix. Zwei gleichzeitige Entfernungen wirken beide, auch wenn zwei Mitglieder einander entfernen. Eine Rotation neben einer Entfernung wirkt ebenfalls. Verliert ein Mitglied seine Stellung, verfallen nur seine additiven Operationen und die von ihm verursachten Aufnahmen. Genau ein Paar ist nicht zusammenführbar: eine Regeländerung neben einer erzwingenden Operation. Dann geht die Gruppe in den Zustand forked. Operationen auf den Geschwistern sind nicht kanonisch, jede Autorisierungsantwort fällt auf Ablehnung, der Zustand wird den Mitgliedern angezeigt, und Beweise reisen weiter. Beendet wird er nur durch eine kanonische Regeländerung, die beide Geschwister als Vorfahren hat. Eine Auflösung, die gleichzeitig mit einer erzwingenden Operation entsteht, verfällt und muss neu ausgestellt werden. Für die Replikation ist in dieser Version ausschließlich der Modus single-partition vorgesehen.

Im Vergleich

Ein Gegenstück als Log nennen die DTG-Quellen nicht. Autorität steckt dort in Credentials: Ein Verifiable Authority Credential erteilt einem Subjekt Aktionen in einem Scope, kann abgeschwächt weitergegeben werden, hat ein Ablaufdatum und trägt höchstens acht Glieder in einer Kette. Die Mitgliedschaft entscheidet eine Verifiable Trust Community, und ein Trust Registry beantwortet Autoritätsfragen mit einer Bestimmungszeit und einer Frische-Grenze. Bei Unerreichbarkeit lautet das Ergebnis indeterminate. RLTP ersetzt das Nachschlagen durch Berechnen: Wer das Log hat, braucht keine Auskunftsstelle.

Einordnung

Diese Erläuterung gehört zu den Fachnotizen über das Real Life Trust Protocol und gibt den Stand der Spezifikationen vom Oktober 2026 wieder. Das Log ist im Access Layer 0.54 spezifiziert und in einem experimentellen Prüfaufbau mit dem Adapter beekem/0.1 erprobt, in der Bibliothek 0.3.2 fehlt es. Offen ist die Rückkehr aus dem Zustand forked (Fork-Reconciliation) und das Verhalten gegen aktive Angreifer am Dienst.

Quelle

https://trust-protocol.real-life.org/understand/foundations/

https://github.com/real-life-org/trust-protocol

Authority-Log in drei Sätzen

Authority-Log ist im Real Life Trust Protocol das Protokoll aller Autoritätsentscheidungen einer Gruppe: ein kausal verketteter Graph einzeln signierter Operationen, dessen Wurzel, die Genesis, den Digest als Gruppenidentität liefert. Der Gruppenzustand wird deterministisch aus dem Log berechnet. Kein Schlüssel verleiht dauerhafte Autorität.