Vertrauensnetze
First Person Project und First Person Network
First Person Project ist eine Initiative, die eine Vertrauensschicht für das Internet aufbauen will, gegründet auf dem Nachweis, online eine reale, einzigartige Person mit realen Vertrauensbeziehungen zu sein. Das darauf geplante First Person Network aus Personen und Gemeinschaften beschreibt ein White Paper vom September 2025.
First Person Project ist eine Initiative, die eine Vertrauensschicht für das Internet aufbauen will. Ausgangsfrage ist der Nachweis, online eine reale, einzigartige Person mit realen Vertrauensbeziehungen zu sein; Auslöser war 2024 die Fähigkeit generativer KI, Menschen kaum unterscheidbar nachzuahmen. Das Projekt entstand als Zusammenarbeit von Linux Foundation Decentralized Trust, Ayra Association, Trust over IP, Decentralized Identity Foundation und OpenWallet Foundation.
So funktioniert es
Zwei Credential-Typen tragen das Modell. Ein Personhood Credential stellt ein Ökosystem aus, das die Einzigartigkeit einer Person in seinem Bereich bezeugen kann, höchstens eines pro Person. Ein Verifiable Relationship Credential stellen sich zwei Personen gegenseitig aus, eines je Richtung, über einen zuvor aufgebauten privaten Kanal. Ein QR-Scan ist das Beispiel, es geht auch per Text, E-Mail oder Social Media, ein persönliches Treffen ist kein Muss. Ein solches Credential kann ablaufen oder vom Aussteller widerrufen werden.
Aus beiden Typen entsteht der Vertrauensgraph (trust graph), und zwar je Person. Das White Paper lehnt einen einzigen globalen Graphen als Datenschutzkatastrophe ab. Beweise darüber sollen mit Zero-Knowledge-Proofs geführt werden. Das First Person Network ist das auf diesem Fundament geplante Netz aus Personen und Gemeinschaften, das nur auf Einladung wächst und von einer Genossenschaft verwaltet werden soll. Das Governance Framework ist noch nicht entworfen, die Rechtsform offen. Standardisiert werden die Bausteine in der Arbeitsgruppe zum Decentralized Trust Graph; die DTG-Spezifikation führt das First Person Network als Beispiel eines VTN.
Im Vergleich
Im Real-Life-Projekt taucht First Person nur als Adresse des gepinnten Credential-Kontexts auf, die Initiative selbst wird in den RLTP-Quellen nicht behandelt. Zwei Unterschiede sind belegbar. Erstens verankert First Person Einzigartigkeit bei Ausstellern; die Personhood Predicates von RLTP behaupten dagegen keine Einzigartigkeit und brauchen keinen Aussteller. Zweitens ist die Gemeinschaft im White Paper ein Aussteller und Prüfer mit Agent und Governance Framework. Ein Datenmodell für einen gemeinsamen Raum mit Mitgliedschaft und Gruppenverschlüsselung steht in den ausgewerteten Teilen nicht, wogegen RLTP die Gruppe zum Protokollobjekt macht. Das Treffen ist dabei verschieden streng gefasst: First Person verlangt es für ein Beziehungs-Credential nicht, und das Encounter-Credential von RLTP belegt ausdrücklich weder Anwesenheit noch Personhood.
Einordnung
Diese Erläuterung gehört zu den Fachnotizen über das Real Life Trust Protocol und gibt den Stand der Spezifikationen vom Oktober 2026 wieder.
Quelle
First Person Project und First Person Network in drei Sätzen
First Person Project ist eine Initiative, die eine Vertrauensschicht für das Internet aufbauen will, gegründet auf dem Nachweis, online eine reale, einzigartige Person mit realen Vertrauensbeziehungen zu sein. Das darauf geplante First Person Network aus Personen und Gemeinschaften beschreibt ein White Paper vom September 2025.