Vertrauensnetze

Zero-Knowledge-Proof

Ein Zero-Knowledge-Proof (Nullwissensbeweis) ist ein kryptografisches Verfahren, mit dem eine Partei einem Prüfer zeigt, dass eine Aussage wahr ist, ohne etwas darüber hinaus zu verraten. Für Vertrauensnetze heißt das: Ein Credential-Inhaber weist eine Eigenschaft nach, ohne das Credential selbst vorzulegen.

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Ein Zero-Knowledge-Proof (Nullwissensbeweis) ist ein kryptografisches Verfahren, mit dem eine Partei einem Prüfer zeigt, dass eine Aussage wahr ist, ohne etwas darüber hinaus zu verraten. Im Umfeld verifizierbarer Credentials ersetzt er das Vorzeigen des Credentials durch den Beweis einer Eigenschaft: Jemand belegt, dass er ein gültiges Credential von einem anerkannten Aussteller hält, und der Prüfer erfährt weder die übrigen Felder noch, um welches Exemplar es sich handelt.

So funktioniert es

Der Inhaber (Holder) erzeugt aus seinem Credential einen Beweis für ein Prädikat, der Prüfer (Verifier) kontrolliert diesen Beweis. Das First Person Project beschreibt das Muster am Personhood Credential: Der Inhaber beweist „ich halte ein gültiges PHC“, ohne zu zeigen, welches. Geplante Beweisarten sind laut Whitepaper mindestens X solcher Credentials, mindestens Y gegenseitige Beziehungs-Credentials in einem Ökosystem und mindestens Z über alle Ökosysteme. Den Bedarf begründet das Whitepaper mit einem konkreten Angriff: Zwei Beteiligte könnten sich mehrere Beziehungs-Credentials gegenseitig ausstellen und so Gewicht vortäuschen. „Preventing this attack requires a ZK proof“, heißt es dort. Die Arbeitsgruppe zum Decentralized Trust Graph führt die Zero-Knowledge-Architektur als „one of the most important deliverables“.

Im Vergleich

Die DTG-Credentials-Spezifikation (Working Draft 0.6.0) empfiehlt Zero-Knowledge-Präsentation, ohne sie zur Pflicht zu machen: Implementierungen sollen sie als Standardverhalten anbieten (SHOULD). Für Beziehungen sind zwei Konstrukte vorgesehen, ein Pairwise-Beweis zwischen zwei Inhabern von Beziehungs-Credentials und ein Community-verankerter Beweis für zwei Mitglieder derselben Gemeinschaft. Die Spezifikation bindet sich an keinen Mechanismus, BBS+ und SD-JWT-VC stehen als Beispiele da. Sie räumt selbst ein, dass die Prädikate Anforderungen an die Schemas sind und keine fertigen Konstruktionen; die Protokolle liegen bei einer eigenen Zero-Knowledge-Arbeitsgruppe und gelten als vorgeschlagen, nicht übernommen. Bis dahin lässt sich alles durch Vorlage der Credentials prüfen, und der Preis dafür ist Datenschutz, nicht Korrektheit.

Das Real Life Trust Protocol geht den engeren Weg. Seine Personhood Predicates zählen bekannte Aussteller von Encounter Credentials und lassen die Zero-Knowledge-Präsentation ausdrücklich außen vor, als Richtung und nicht als Feature. Die Spezifikation zur Netzwerk-Sichtbarkeit enthält eine Machbarkeitskarte (Stand Anfang 2026, informativ): Sigma-OR-Beweise für zählende Prädikate, allerdings ohne geprüfte Bibliothek, BBS+ als Entwurf für selektive Offenlegung, allgemeine SNARKs nur, falls die Prädikate über Zählen und Teilmengen hinauswachsen. Das Beweisartefakt für relationale Zählwerte ist noch nicht geschrieben. Ich halte diese Zurückhaltung für richtig: Ein Beweis, für den es keine geprüfte Bibliothek gibt, gehört noch nicht in den Kern eines Protokolls.

Einordnung

Diese Erläuterung gehört zu den Fachnotizen über das Real Life Trust Protocol und gibt den Stand der Spezifikationen vom Oktober 2026 wieder.

Quelle

https://trustoverip.github.io/dtgwg-cred-spec/

https://github.com/real-life-org/trust-protocol

Zero-Knowledge-Proof in drei Sätzen

Ein Zero-Knowledge-Proof (Nullwissensbeweis) ist ein kryptografisches Verfahren, mit dem eine Partei einem Prüfer zeigt, dass eine Aussage wahr ist, ohne etwas darüber hinaus zu verraten. Für Vertrauensnetze heißt das: Ein Credential-Inhaber weist eine Eigenschaft nach, ohne das Credential selbst vorzulegen.