Vertrauensnetze
Designated-Verifier-Nachweis
Ein Designated-Verifier-Nachweis ist ein kryptografischer Beleg, den nur ein einziger, im Voraus bestimmter Adressat prüfen kann. Weil dieser Adressat ihn mit seinen eigenen Geheimnissen auch selbst hätte herstellen können, beweist er Dritten nichts. Der Aussteller bleibt dadurch gegenüber allen anderen abstreitbar (Deniability).
Ein Designated-Verifier-Nachweis ist ein kryptografischer Beleg, den nur ein einziger, im Voraus bestimmter Adressat prüfen kann. Weil dieser Adressat ihn mit seinen eigenen Geheimnissen auch selbst hätte herstellen können, überzeugt er den Adressaten, beweist Dritten aber nichts. Der Aussteller bleibt abstreitbar (Deniability).
So funktioniert es
Das Real Life Trust Protocol verwendet das Muster in der Anker-Zuordnung (anchor-mapping@2). Sie verknüpft den Paar-Anker einer Person mit ihrem Gemeinschafts-Anker, und zwar für genau einen Adressaten. Technisch ist es eine „double-DH MAC construction in the Signal pattern“, vollständig in WebCrypto umgesetzt. Der Absender leitet zwei Schlüssel ab, jeweils per HKDF aus einem Diffie-Hellman-Wert mit dem Paar-Schlüssel des Adressaten (X25519): einen aus seinem Paar-Schlüssel, einen aus seinem Gemeinschafts-Schlüssel. Beide berechnen einen HMAC-SHA-256 über die kanonischen Bytes des Dokuments. Der Adressat akzeptiert das Artefakt nur, wenn eine geschlossene Bedingungsliste in fester Reihenfolge erfüllt ist: Schema, eigener aktiver Paar-Anker als Ziel, passender Paar-Anker der Gegenseite, geprüfte Karte, übereinstimmender Gemeinschafts-Anker und beide MACs.
Das Artefakt trägt zusätzlich eine self-card, mit Ed25519 unter dem Gemeinschafts-Anker signiert. Sie ist laut Spezifikation „not harmless“: Sie enthält den stabilen Anker und kann nach der Offenlegung vom Adressaten weitergegeben werden. Fremde Gemeinschafts-Anker lassen sich nicht beanspruchen. Dritte können nichts verifizieren, und der Adressat könnte das gesamte Artefakt selbst fälschen, das ist die gewollte Abstreitbarkeit. Offen bleibt, zwei Ketten derselben Person zusammenzuführen (Strand Unification).
Im Vergleich
In den ausgewerteten DTG-Texten kommt der Begriff nicht vor. Der DTG-Weg zu Datenschutz in Credentials führt über Zero-Knowledge-Präsentation und über pairwise Identifier, die nur innerhalb einer Beziehung gelten. Ein Zero-Knowledge-Beweis überzeugt jeden Prüfer, der ihn sieht. Der Designated-Verifier-Nachweis überzeugt nur einen und lässt sich nicht weiterreichen, weil er nichts mehr beweist. Wie sich der Nachweis in die Zielgruppenklassen einordnet, steht in einem eigenen Eintrag. Die Machbarkeitskarte der Spezifikation hält außerdem eine Designated-Verifier-Variante für zählende Prädikate fest, nämlich Sigma-OR-Beweise, für die es keine geprüfte Bibliothek gibt.
Der Status: spezifiziert in der Visibility-Spezifikation 0.29. Die Bibliothek 0.3.2 deckt laut README Encounter-Zeremonie und Continuity ab, Visibility ist darin nicht aufgeführt.
Einordnung
Diese Erläuterung gehört zu den Fachnotizen über das Real Life Trust Protocol und gibt den Stand der Spezifikationen vom Oktober 2026 wieder.
Quelle
https://trust-protocol.real-life.org/understand/foundations/
Designated-Verifier-Nachweis in drei Sätzen
Ein Designated-Verifier-Nachweis ist ein kryptografischer Beleg, den nur ein einziger, im Voraus bestimmter Adressat prüfen kann. Weil dieser Adressat ihn mit seinen eigenen Geheimnissen auch selbst hätte herstellen können, beweist er Dritten nichts. Der Aussteller bleibt dadurch gegenüber allen anderen abstreitbar (Deniability).