Vertrauensnetze

Trust over IP (ToIP)

Trust over IP (ToIP) ist ein Projekt von Linux Foundation Decentralized Trust, das eine Architektur für überprüfbares Vertrauen im Internet entwirft. Sie besteht aus vier Schichten, von denen jede eine technische und eine Governance-Seite trägt. Unter dem Dach von ToIP arbeiten unter anderem die Arbeitsgruppe zum Decentralized Trust Graph und die Spezifikation des Trust Spanning Protocol.

Aktualisiert:

Trust over IP (ToIP) ist ein Projekt von Linux Foundation Decentralized Trust (LFDT), das eine Architektur für überprüfbares Vertrauen im Internet entwirft. Das Projekt beschreibt einen Stack aus vier Schichten, jede mit einer technischen und einer Governance-Seite. Ich lese ToIP-Dokumente als Stand von Vorschlägen: Die Credentials-Spezifikation des Decentralized Trust Graph steht bei Working Draft 0.6.0, die Trust-Tasks-Spezifikation bei 0.7.0, und das Trust Spanning Protocol trägt den Status Experimental Implementor’s Draft.

So funktioniert es

Die Schichten teilen die Arbeit nach Aufgabe. Das Trust Spanning Protocol (TSP) bildet die Spanning Layer und stellt zwischen Endpunkten Authentizität her, auf Wunsch auch Vertraulichkeit und Metadatenschutz; die Endpunkte werden über Verifiable Identifiers (VIDs) adressiert, so wie IP in TCP/IP Netze verbindet. Die Trust-Task-Protokolle liegen auf der dritten Schicht und beschreiben Abläufe wie das Knüpfen einer Beziehung oder das Ausstellen eines Credentials. Das Trust Registry Query Protocol (TRQP) fragt ab, welche Parteien in einem Ökosystem welche Rollen übernehmen dürfen. Die Governance-Seite drücken Governance Frameworks aus; die Spezifikation der Verifiable Trust Infrastructure (VTI) verweist dafür auf das ToIP Governance Metamodel.

Die Arbeitsgruppe zum Decentralized Trust Graph (DTGWG) ist eine Arbeitsgruppe des ToIP-Projekts. Ihre Charta stammt vom Mai 2025, und im September 2025 genehmigte die Decentralized Identity Foundation (DIF) sie zusätzlich als Joint Participation Working Group, offen für Mitglieder beider Organisationen. Auch das First Person Project entstand als Zusammenarbeit mehrerer Organisationen, darunter ToIP und LFDT.

Im Vergleich

Das Real Life Trust Protocol (RLTP) übernimmt aus der ToIP-Arbeit nach eigener Darstellung Credentials, Trust Tasks und Transport. Seine Credentials folgen dem Stand DTG Credentials WD01, seine Nachrichten sind private Trust-Task-Typen unter einer eigenen Adresse, und als Transport ist TSP über einen VTI-Mediator vorgesehen. Dieser Adapter gilt im RLTP noch als nicht konvergiert.

Was aus ToIP nicht kommt und im Real-Life-Projekt als Neuerung gilt, ist die Verbindung von Gruppen, die Orte sind, mit einem Eintritt durch Vertrauen zwischen Menschen. Für die Prüfung selbst nennt das Projekt drei Auslassungen: keine Registry, keine Vorzeigepflicht, kein Protokoll darüber, wer geprüft wurde.

Einordnung

Diese Erläuterung gehört zu den Fachnotizen über das Real Life Trust Protocol und gibt den Stand der Spezifikationen vom Oktober 2026 wieder.

Quelle

https://trustoverip.github.io/dtgwg-cred-spec/

https://trustoverip.github.io/tswg-tsp-specification/

Trust over IP (ToIP) in drei Sätzen

Trust over IP (ToIP) ist ein Projekt von Linux Foundation Decentralized Trust, das eine Architektur für überprüfbares Vertrauen im Internet entwirft. Sie besteht aus vier Schichten, von denen jede eine technische und eine Governance-Seite trägt. Unter dem Dach von ToIP arbeiten unter anderem die Arbeitsgruppe zum Decentralized Trust Graph und die Spezifikation des Trust Spanning Protocol.