Vertrauensnetze
Ports: Zustell- und Replikationsvertrag
Ports sind im Real Life Trust Protocol die zwei Verträge, über die das Protokoll Zustellung und Replikation anspricht, ohne einen Transport oder Datenspeicher zu benennen. Der Delivery Contract bringt ein Dokument zu einem Adressaten, der Replication Contract hält das Dokument einer Gruppe auf jedem Gerät identisch. Jedes Substrat, das den Vertrag einhält, kann dahinter als Adapter sitzen.
Ports sind im Real Life Trust Protocol (RLTP) zwei Verträge, die an die Stelle eines festen Transports und eines festen Speichers treten. Delivery und Replication sind laut Spezifikation Dienste hinter Ports und keine Schichten des Protokolls.
So funktioniert es
Der Delivery Contract (Zustellvertrag) verspricht „eventually, at least once, never silently lost“. Ein Dokument reist in einem versiegelten Umschlag aus flüchtigem X25519-Schlüssel, HKDF-SHA-256 und AES-256-GCM, höchstens 65 536 Byte groß; größere Umschläge werden ohne Entschlüsselung abgelehnt. Der Sender sieht drei Zustände: angenommen, zugestellt oder gescheitert mit Grund. Die Quittung bestätigt nur die Ankunft, die Entscheidung des Empfängers erfährt der Sender nie. Der Beförderer (Carrier) ist schlüsselblind und hält veröffentlichte Konstanten ein, etwa Warteschlangenuntergrenzen und Aufgabehorizonte.
Der Replication Contract (Replikationsvertrag) hält das Dokument einer Gruppe, etwa das Authority-Log, auf allen Geräten gleich. Er verlangt individuell signierte, kausal verkettete Einträge und verspricht Konvergenz, nie Lesbarkeit. Die Ports kennen Gruppenidentität, Eintrags-ID und Größe, nie Personen, Schlüssel oder Klartext. Fünf Bedingungen sind fest, etwa dass Durchsetzungsoperationen atomar committen und Vollständigkeit nur über ein Kontrollüberlagerungsprotokoll behauptet werden darf. Alles darunter bleibt offen: Transport, Topologie, Speicher, Kodierung, Push oder Pull.
Die Spezifikation bildet mehrere Kandidaten auf den Vertrag ab, darunter p2panda, Keyhive, SECSYNC, NextGraph und Automerge. Ihr Befund dazu lautet wörtlich: „None is a conformant adapter today.“ Ich lese daran, dass die Verträge bewusst strenger sind als das, was fertige Local-first-Bibliotheken heute liefern.
Im Vergleich
Das DTG-Gegenstück ist die Transportoffenheit der Trust Tasks: Das Framework lässt den Transport frei und beschreibt Bindings für Protokolle wie DIDComm oder TSP. Die Verifiable Trust Infrastructure verlangt zusätzlich, dass Autorisierungsentscheidungen nicht vom Transport abhängen. RLTP geht einen Schritt weiter und beschreibt, was ein Transport zusagen muss. Deshalb lässt sich ein Mediator nur über einen eigenen Adapter anschließen, denn er hat die Zusagen des Delivery-Ports nie gegeben.
Einordnung
Diese Erläuterung gehört zu den Fachnotizen über das Real Life Trust Protocol und gibt den Stand der Spezifikationen vom Oktober 2026 wieder. Delivery 0.79 und Replication 0.26 gelten als konvergiert, für die Replikation ist kein Adapter spezifiziert.
Quelle
https://trust-protocol.real-life.org/understand/foundations/
Ports: Zustell- und Replikationsvertrag in drei Sätzen
Ports sind im Real Life Trust Protocol die zwei Verträge, über die das Protokoll Zustellung und Replikation anspricht, ohne einen Transport oder Datenspeicher zu benennen. Der Delivery Contract bringt ein Dokument zu einem Adressaten, der Replication Contract hält das Dokument einer Gruppe auf jedem Gerät identisch. Jedes Substrat, das den Vertrag einhält, kann dahinter als Adapter sitzen.